Das hilft bei Mundtrockenheit bei bzw. nach einer Bestrahlung

Auch bei Mundtrockenheit, eine häufige Begleiterscheinung bei und nach einer Bestrahlung insbesondere im Kopf- bzw. Mundbereich, helfen einige Hausmittel weiter. Wunder sollte man allerdings nicht erwarten, aber immerhin die schlimmsten Symptome werden so gelindert.

Was tun bei Mundtrockenheit nach einer Bestrahlung?

Bei einer Strahlentherapie von Krebs im Mund oder Rachen werden eben nicht nur der Tumor bestrahlt, sondern auch gesundes Gewebe. Und so können auch die Speicheldrüsen in Mitleidenschaft gezogen werden. In der Folge kann dann die Speichelproduktion nachlassen oder sogar ganz eingestellt werden. Die »strahlenbedingter Xerostomie« kann dabei ziemlich unangenehm werden, so hat Spucke eben auch beim Kauen eine wichtige Funktion. Ausgeprägte Mundtrockenheit können aber darüber hinaus nicht nur das Schlucken, sondern eben auch das Sprechen erschweren. Weniger Spucke bedeutet außerdem, dass wenn etwas gegessen wird, keine Spucke für die Mundhygiene vorhanden ist. Daher tut noch regelmäßigeres und gründliches Zähneputzen hier absolut Not. Gar nicht so einfach, wenn durch den trockenen Mund dann auch noch eine Entzündung im Anmarsch ist. Allerdings ist häufig das Zahnfleisch sehr empfindlich. Hier helfen nur sehr weiche Zahnbürsten, zum Beispiel auch Babyzahnbürsten weiter.

Manchmal bessert sich die Symptomatik mit der Zeit auch. Und jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf die Schädigungen im Mundbereich. Während andere bestrahlte Patienten berichten, dass sie nach einer Nacht kaum den Mund aufbekommen, da alles richtig eingetrocknt ist, war bei mir einfach morgens nur eine gewisse (unangenehme) Krümelbildung im Mund zu beobachten. Während andere berichteten, dass teilweise die Zunge am Gaumen kleben blieb und nur mit Spülungen aus der Apotheke wirklich wieder gelöst werden konnten, bekam ich fast alles mit einem Schluck Wasser wieder hin. Ein gutes Jahr nach Ende der Bestrahlung habe ich auch ab und an immerhin das Gefühl, dass mir das Wasser im Mund zusammenlaufen könnte. Von richtig Spucke im Mund bin ich aber wohl noch ebenso weit entfernt, wie von allem Essen können.

Hausmittel bei Mundtrockenheit – das hilft bei einem trockenem Mund

Ganz wichtig ist das immer und ständige parat halten von Wasser. Allein immer einen Schluck nehmen zu können, kann beruhigend wirken. Und meist muss man sogar einen Schluck nehmen. Wer Angst hat zuviel zu trinken, zum Beispiel weil man gerade unterwegs ist, es reicht mit einem Schluck zu spülen. Wichtig ist auch das Spülen mit Wasser, wenn man etwas gegessen hat oder sogar wenn man zum Beispiel einen Saft getrunken hat. Dann muss der Schluck Wasser das Spülen mit Speichel ersetzen.

Speichelproduktion mit Saurem anregen

Mit sauren Dingen lässt sich die Speichelproduktion anregen. Das klappt zwar nicht immer, ist aber immer eben ein Versuch wert. Geeignet sind Joghurts und Puddings mit Zitronensaft. Am besten nimmt man einen Naturjoghurt und rührt selbst Zitronensaft ein.

Bonbons lutschen

Ein Hausmittel gegen Husten ist Bonbons lutschen, denn das regt ebenfalls die Speichelproduktion an. In den ersten Wochen der sechs Wochen andauernden Bestrahlung hat bei mir das Lutschen von Salbei-Bonbons geholfen. Heute ertrage ich Bonbons nicht mehr. Ab und an lutsche ich an Mini-Nimm-2-Lachgummi Stücken. Das ist elastischer und die Gelatine sorgt für etwas Linderung. Vorsichtig muss man bei Bonbons mit Zucker sein, das kann zu Karies führen. Bonbons mit Zuckerersatzstoffen hingegen können für zusätzliche Trockenheit führen. Ich habe immer Salbeibonbons mit Zucker gelutscht und hab mir direkt danach gründlich den Mund ausgespült oder eben die Zähne geputzt. Alternativ kann man auch auf einer trockenen Bohne lutschen. Kieselsteine sind nicht so empfehlenswert, daher die Gefahr besteht, dass man sich die Zähne beschädigt.

Salbeitee

Ebenfalls als Geheimwaffe gegen Mundtrockenheit während der Bestrahlung gilt eben Salbei. Insbesondere das Gurgeln mit Salbeitee. Oder man trinkt ihn in kleinen Schlucken, die man zuvor eben im Mund zergehen lässt. Zum Gurgeln habe ich den Tee etwas stärker angesetzt (etwas weniger Wasser für den Teebeutel). Gegurgelt habe ich über den Tag verteilt. Wobei ich den Tee zwei Mal am Tag frisch gekocht habe. Wenn ich es sehr eilig hatte, habe ich den Tee mit sehr wenig Wasser angesetzt, zehn Minuten ziehen lassen und dann mit Wasser abgekühlt, so dass ich recht zügig gurgeln konnte.

Genug trinken

Mundtrockenheit wird verstärkt, wenn man selbst ausgetrocknet ist. Es hilft also durchaus auch, genug zu trinken, um zum Beispiel Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen auszugleichen. Mir hilft es auch, Karottensaft zu trinken, ich habe das Gefühl, dass dieser meinen Mundschleimhäuten besonders guttut.

Übrigens: In den ersten Monaten nach meiner Krebsoperatoin hatte ich auch eine PEG, eine Magensonde also. In der Zeit der Bestrahlung habe ich teilweise kaum etwas durch den Mund trinken (übers Essen habe ich in der Zeit gar nicht nachdenken brauchen, hat mich auch nicht interessiert) können. Morgens gab es also mit ausgedörtem Mund die ersten Schlucke Wasser über die Magensonde. Ich habe also nicht über den Mund getrunken, aber dennoch war das Gefühl im Mund sofort entspannter. Trinken hilft also nicht nur, weil man mit Wasser die Schleimhäute direkt spült.

Meine Mundtrockenheit heute

Noch heute leide ich unter starker Mundtrockenheit. Wobei der Zustand schon deutlich besser ist, als in den Wochen nach der Bestrahlung. Langes Reden fällt mir schwer, Telefonieren ist mir manchmal unangenehm. Wobei ich meinen Gesprächspartner auch durchaus aufkläre und dann einfach beim Telefonieren etwas trinke (was ich früher als unhöflich erachtet hätte). Essen ist immer noch problematisch, die meisten Dinge rutschen in Verbindung mit Joghurt oder auch Butter ganz gut. Ich habe inzwischen eine Liste an Dingen, die ich sehr gut essen kann und eine Liste mit Dingen, die ich in einem gewissen Zeitraum wieder probieren werde. Brot ist zum Beispiel so eine Sache: Brezeln mit Butter gehen ganz gut, viele Brötchen gehen ebenfalls ganz gut, aber zu weiches Brot oder Brötchen, das geht gar nicht. Ungeröstetes Toast ist zum Beispiel gar nicht gut. Oder diese Brötchen, die man mit Hotdogs isst. Der Hotdog selber, der geht sehr gut, ebenfalls die Röstzwiebeln, das Brötchen aber beim besten Willen nicht.

Bei Mundtrockenheit tabu sind eigentlich säurehaltige Getränke (Orangensaft) aber auch Limo. Ich trinke aber sehr gerne Orangensaft. Nach dem Glas ist eben auch ein Glas Wasser angesagt, dass dann eben mehr gekaut wird. Oder ich trinke gleich eine Mischung aus Orangensaft mit Karottensaft. Eine gute Möglichkeit wäre es auch, einen Strohhalm zu benutzen, um die Menge von Orangensaft, die an die Zähne gelangt, zu reduzieren. In den ersten Monaten nach der Bestrahlung war mir trinken mit Strohalm aber zu anstrengen. Zum Glück sieht das heute anders aus.
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